Aktionsnetzwerk globale Landwirtschaft
aus Dissent! Network Wiki, der freien Wissensdatenbank
17. April: Internationaler "La Via Campesina" Aktionstag in Berlin
"Biosprit macht Hunger" - mit einem Riesentransparent, das AktivistInnen an der Brandwand der Shell-Tankstelle Nähe Görlitzer Bahnhof herunterließen, Samba-Musik und Riesenpuppen machten ca. 60 Bewegte trotz Regen ganz schön was her. Diese Aktion, die anschließende Demo und eine symbolische Landbesetzung auf dem Heinrichplatz fanden statt im Rahmen des kleinbäuerlichen Aktionstages von "La Via Campesina", der alljährlich am 17. April begangen wird.
Fotos gibt es unter: http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/170408via_campesina.html
Im gleichen Zusammenhang gab es bereits am Sonntag eine Fahrraddemo in Falkenberg (Elster) zu einem geplanten Genversuchsfeld des Chemiekonzerns BASF. Auf dem Feld pflanzten die DemonstrantInnen zahlreiche gentechnikfreie Kartoffeln ein, so dass der Versuch nicht mehr mit vertretbarem Aufwand wissenschaftlich auswertbar ist. Ein anwesender Vertreter der BASF deutete bereits an, dass die BASF so zur Aufgabe des Versuches gezwungen ist. Bericht siehe: http://de.indymedia.org/2008/04/213360.shtml
In "La Via Campesina" haben sich weltweit Landlose, bäuerliche Gewerkschaften, LandarbeiterInnen und indigene Gemeinschaften organisiert. Gemeinsam treten sie für eine nachhaltige Landwirtschaft, Klimagerechtigkeit, Landreformen, freie (Arbeits-) Migration und Ernährungssouveränität ein. Jedes Jahr gedenkt das Netzwerk am Aktionstag dem Massaker im Jahr 1996 in Brasilien, bei dem 19 Mitglieder der Landlosenbewegung MST von Paramilitärs ermordet wurden.
In diesem Jahr beteiligten sich Menschen in über 20 verschiedenen Ländern in Asien, Europa, Afrika sowie in Süd- und Nordamerika. Es wurden Versammlungen, Filmvorführungen, Aktionen auf Gen-Feldern, Demonstrationen und Fahrradkorsos organisiert. Dabei wurde immer wieder auf die prekäre Situation der KleinbäuerInnen, auf spezifische Probleme vor Ort und auf die Gefahren einer zunehmenden Kommerzialisierung und Industrialisierung in der Landwirtschaft hingewiesen, während gleichzeitig den Forderungen des Netzwerks Nachdruck verliehen wurde. In Europa gab es neben den Aktionen in und bei Berlin u.a. Protestaktionen vor dem Agrochemie-Konzern Syngenta in der Schweiz, eine Fahrraddemo in Paris, sowie Protestaktionen in Schweden, Spanien und Belgien. Siehe die weltweite Eventliste auf der Webseite von la Via Campesina zum Aktionstag: http://www.viacampesina.org/main_en/index.php?option=com_content&task=view&id=512&Itemid=1
+ + Ab 9. April in Berlin + + Biodiversitätsfenster bei "Kraut und Rüben" (Oranienstr. 15) Bücherauswahl bei Oh 21 (Oranienstr. 21) Ausstellung zu Via Campesina im Cafe Morgenrot (Kastanienallee 85)
+ + 13. April in Falkenberg + + 14 Uhr Fahrraddemo und Aktion auf einem Genversuchsfeld ab Bahnhof Falkenberg/Elster (Brandenburg)
+ + 15. April in Berlin im NewYork 59 (Mariannenplatz) 19.00 Vokü, 20.00 Veranstaltung: Biodiversität - Klimawandel und die Vernichtung von biologischer Vielfalt
+ + 16. April in Berlin + + 14 Uhr Infoveranstaltung zu Via Campesina/ zum Aktionstag im „Flora Soft“/ Landwirtschaftliche Gärtnerische Fakultät (Invalidenstr. 42) 19.30 Uhr Infoveranstaltung "Biosprit macht Hunger" im LUX (Schlesischestr. 41)
+ + 17. April in Berlin + + 12.30 Uhr Protestaktion: Tankstelle Ecke Görlitzer- /Skalitzerstr. 13.30 Uhr Fest am Heinrichplatz: Film, Musik, Vokü und Infos
Mehr Informationen: www.viacampesina.org
Aufruf von La Via Campesina, 2008
COP9/MOP4: das Aktionsnetzwerks globale Landwirtschaft ist dabei!
Im Mai findet in Bonn die 9. Vertragsstaatenkonferenz zur Konvention über biologische Vielfalt (CBD), kurz COP9, und die 4. Verhandlung zum Biosicherheitsprotokoll (Cartagena-Protokoll), kurz MOP4, statt.
Wir protestieren gegen die stetig zunehmende Privatisierung und Kommerzialisierung von Natur und biologischer Vielfalt. Auch die CBD ist daran beteiligt.
Mehr Informationen dazu unter www.biopiraterie.de [1]
__________________________________________________________________________________
GEN–VERSUCH der BASF in FALKENBERG(Elster) STOPPEN!
Auch im Jahr 2008 ruft „Via Campesina“, ein weltweites Netzwerk von BäuerInnen, Landlosen und LandarbeiterInnen, am 17. April zu einem globalen Aktionstag gegen alle Formen der Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung auf.
Gentechnikkonzerne wie BASF und Monsanto versuchen mit der Etablierung von Genpflanzen die Landwirtschaft und die BäuerInnen weltweit unter Kontrolle zu bekommen. Mit Patenten auf ihre Pflanzen soll der selbstbestimmte Umgang mit Saatgut und Züchtung unterbunden werden. Deswegen wehrt sich Via Campesina weltweit gegen die Pläne der Gentechnikkonzerne.
Erneut plant der weltweit größte Chemiekonzern BASF einen Gentechnik-Versuch in Brandenburg – diesmal in Falkenberg (Elster)/ Ortsteil Grassau. Dort sollen von Ende April 2008 bis zum Jahr 2012 gentechnisch veränderte Kartoffeln angebaut werden...
Wenn wir das zulassen!
In Müncheberg (Märkisch-Oderland) haben sich die Menschen dem Vorhaben des Konzerns bereits erfolgreich in den Weg gestellt. Ihre Proteste erwirkten einen Beschluss der Müncheberger Stadtverordnetenversammlung gegen den geplanten Versuch und einen Rückzug des Flächeneigentümers. Dort wird es keinen Gentechnik-Versuch geben.
LASST UNSEREN PROTEST GENAUSO STARK WERDEN!!!
FAHRRAD-DEMO
Sonntag, 13.04.08, 14 Uhr
vom Bahnhof Falkenberg (Elster) zum Versuchsfeld
mit anschließender
KARTOFFEL-VERBUDDELAKTION
BITTE KARTOFFELN MITBRINGEN!!!
(Die Aktion soll eine wissenschaftliche Auswertung des Versuches unmöglich machen.)
Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik
Weitere Aktionen am 17.04. in Berlin:
____________________________________________________________________________________________________________________________________
2007
3. Juni '07: Aktionstag "Globale Landwirtschaft & G8"
Working group G8 and agriculture
Le réseau d’action agriculture globale mobilise contre le G8
La Red de Acciones Agricultura Global mobiliza en contra la cumbre del G8
La Rete di Azioni Agricoltura Globale si mobilita contro il vertice del G8
A Globális mezõgazdasági akcióhálózat fellép a G8-Csúcs ellen
Globale Landwirtschaft in katastrophalen Zuständen
Jedes Jahr sterben weltweit 30 Millionen Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Unterschiedliche Prozesse wie erzwungene Marktöffnungen, Preisdiktate durch Supermarktketten oder die Subventionierung der Lebensmittelproduktion für den Export zerstören systematisch die Existenzgrundlagen unzähliger Kleinbauern und -bäuerinnen insbesondere in den ärmeren Ländern. Monokulturen und Massentierhaltung haben katastrophale Auswirkungen auf natürliche Ressourcen wie Böden, Wasser oder biologische Vielfalt. Und auch die Qualität von Nahrungsmitteln wird hierdurch stark in Mitleidenschaft gezogen. Global agierende Konzerne des Nordens wie Monsanto oder Bayer eignen sich genetische Ressourcen des Südens mit Hilfe so genannter "geistiger Eigentumsrechte" an und versuchen so, die Kontrolle über die Produktion von Nahrungsmitteln zu gewinnen. Mit anderen Worten: Sie bestimmen, was, wo, wie und für wen angebaut wird. Aber auch in den industrialisierten Ländern herrschen ruinöser Preisdruck und massive Konzentrationsprozesse in der Landwirtschaft. Vor allem Kleinbauern und -bäuerinnen haben bei dieser Entwicklung keine Chance. Höfesterben ist die Folge.
Widerstand formiert sich
Weltweit organisieren sich Kleinbauern und -bäuerinnen, LandarbeiterInnen und Landlose, um ihre Interessen gegen Großgrundbesitzer, Großkonzerne, Regierungen und internationale Institutionen durchzusetzen. Sie besetzen Land, kämpfen gegen die Privatisierung von Wasser, brennen Genfelder ab, gründen Kooperativen sowie Erhaltungsprojekte für ihr traditionelles Saatgut. Sie kämpfen gegen die zerstörerische, neoliberal zugespitzte Agrar- und Fischereipolitik und sie kämpfen für Ernährungssouveränität, d.h. für das Recht, ihre Landwirtschaft und ihre Ernährung selbst zu bestimmen. Bei Gipfeltreffen internationaler Organisationen wie der Welthandelsorganisation WTO, dem Internationalen Währungsfonds IWF und der Weltbank sowie den G8-Treffen der reichsten Industrieländer werden die Widersprüche zwischen der herrschenden Politik und den Forderungen nach einer anderen, d.h. nicht-industrialisierten und nicht-kapitalistischen Landwirtschaft deutlich. PolitikerInnen, BürokratInnen und VertreterInnen des Agrobuisiness sprechen von Hunger- und Armutsbekämpfung, verfolgen aber eine Politik, die zu mehr Vertreibung, Hunger und rasant wachsender Ungleichheit führt. Hiervon profitieren vor allem transnationale Konzerne und Großagrarier weltweit. In Solidarität mit dem weltweiten Widerstand und weil Nahrungsmittel und Landwirtschaft Lebensgrundlage für alle sind, tragen wir den Protest zum G8-Gipfel nach Heiligendamm.
Mehr dazu findet sich in diesem Artikel breiter ausgeführt.
An folgenden Terminen sind wir bzw. werden wir mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen an die Öffentlichkeit (ge)treten:
3.-11. März '07: Infotour Ausgerüstet mit zwei Fotoausstellungen, zwei Tonnen Orangen, Veranstaltungen und Infomaterial zog Anfang März eine 9köpfige Aktionsgruppe quer durch Österreich und Deutschland und erreichte am 11. März als letzte Station ihrer Tour Berlin. Es ging um sämtliche Facetten globaler Landwirtschaft, zentraler Aufhänger waren jedoch die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen migrantischer LandarbeiterInnen in der industrialisierten Landwirtschaft in Europa. Diashow über die Infotour Ein ausführlicher Bericht der Tourgruppe siehe bei Indymedia
17. April '07: Am globalen Aktionstag von Via Campesina gab es in etwa 15 deutschen Städten Aktionen, Filmvorführungen und Infostände.
Fotos: [2]
19./20. Mai '07: 3. Europäische Tagung zur Saatgut-Erhaltung Tagung in Halle/Saale von europäischen Initiativen und AktivistInnen, die den öffentlichen Zugang zu alten landwirtschaftlichen Sorten erhalten und fördern, um Alternativen zur kapitalistischen Landwirtschaft und besonders deren Saatgutproduktion aufzubauen. Infos: [3] Fotos: [4]
21. Mai '07: Vortag des Internationaler Tages der biologischen Vielfalt
Protest in Gatersleben gegen die Freisetzung von genmanipuliertem Weizen und Erbsen in der Genbank Gatersleben, die ein bedeutendes Zentrum für die Vielfalt alter Sorten genau dieser Arten ist. Infos: [5] Fotos: [6]und [7]
3. Juni '07: Aktionstag "Globale Landwirtschaft & G8"
Da die zerstörerischen Zustände und Entwicklungen in der Landwirtschaft nach dem G8 wohl nicht behoben sein werden, planen wir über den G8 hinaus weitere Aktionen, Veranstaltungen und Kampagnen. Die nächsten Anlässe werden unter anderem sein:
23.-27. Juni '07: Economic Partnership Agreement-Treffen
zwischen der EU und den AKP-Staaten (77 Staaten aus Afrika, der Karibik und dem Pazifik)
Thema: bilaterale Freihandelsabkommen
Mai '08: UN-Konferenz zur Konvention über biologische Vielfalt (COP9) in Bonn
An unserem "Aktionsnetzwerk Globale Landwirtschaft" sind Einzelpersonen genauso wie Menschen aus unterschiedlichen Gruppen, Zusammenhängen und Netzwerken beteiligt, unter anderem aus der BUKO-Kamagne gegen Biopiraterie, dem Barnimer Aktionsbündnis gegen Gentechnik und dem attac-AgrarNetz. Gemeinsamer Nenner ist, dass wir angesichts der haarsträubenden Verhältnisse in der globalen Landwirtschaft aktiv werden wollen. Wir essen jeden Tag - es geht uns alle an!
Wir brauchen noch viel Unterstützung bei Planung und Umsetzung. Macht alle mit!
Über Spenden, egal in welcher Höhe, freuen wir uns!
Umweltgruppe Ökogeist e.V.
Konto: 314 000 233 4
Sparkasse Barnim
BLZ 170 520 00
Stichwort: "Globale Landwirtschaft"
Konkret:
- Kurzprotokoll des zweiten Treffens des "Aktionsnetzwerks globale Landwirtschaft" Anfang Dezember 06
- Ergebnisprotokoll des ersten Treffens des Kampagnenschwerpunkts "globale Landwirtschaft" innerhalb der G8 Mobilisierung
Wie Weiter nach dem G8? Erste Perspektiven!
- Protokoll G8-Auswertungs-und Perspektiventreffen: September 2007
- Protokoll COP/MOP-AG - G8-Auswertungs- und Perspektiventreffen
- Kampagne "Discounter, globale Landwirtschaft und Widerstand"
Kontakt über e-mail: g8_landwirtschaft@yahoo.de
- Flyer G8 & Landwirtschaft
- A Call for Worldwide Actions against Global AgriBusiness during the G8 Summit in June 2007
- Aufruf zu weltweiten Aktionen gegen das globale Agrobusiness während des G8-Gipfels im Juni 2007
- 80-seitiger Reader des Aktionsnetzwerks zum Thema globale Landwirtschaft und Ernährung (1,7 MB)
- Hintergrundflyer zum 17.4.
- Infotour-Flyer
- Infotour-Plakat
- Diashow mit Musik - Orangen & Widerstand - Die Infotour beim Umbruch Bildarchiv
- Infotour-Flyer München
- Präsentation im opendocument-Format
- Präsentation im pdf-Format